Zum Inhalt springen
Kurssuche
3 Kurse
3 von 3

SZ110-093Politik, Gesellschaft, Umwelt (1.01)vhs Steglitz-Zehlendorf

"Aus Rußland bekam sie den Witwenschleier". Der Briefwechsel meiner Großeltern 1939 - 1943

Der Kurs

Leitung
M.A. Friedrich Burschel · alle Kurse dieser Leitung
Datum
2026-11-26 · 1 Termin
Uhrzeit
18:00–19:30 Uhr
Wochentage
Montag: kein Termin
Dienstag: kein Termin
Mittwoch: kein Termin
Donnerstag
Freitag: kein Termin
Samstag: kein Termin
Sonntag: kein Termin
Preis
6,00 €
Plätze
11 von 12 Plätzen frei, noch 7 Anmeldungen bis zur Mindestzahl von 8 1 von 12 belegt; noch 7 Anmeldungen bis zur Mindestzahl von 8
Art
Einzelveranstaltung/Vortrag

Beschreibung

Derzeit ist die bereits alternde (zweite und dritte) Nachkriegsgeneration mit ihren Familienrecherchen zugange und mit jeder neu präsentierten familiengeschichtlichen Erzählung werden Fanatismus, Normalität und Verstrickung der Deutschen in ihr faschistisches Regime schmerzvoll offenbart. Zuletzt hatte die Online-Öffnung der NSDAP-Mitgliederkartei in den USA der familienhistorischen Forschung noch einmal Schwung verliehen. Auch der historische Schatz von 1500 erhaltenen Feldpostbriefen seiner Großeltern, den der Historiker und Publizist Friedrich Burschel durchgearbeitet hat, ist ein Zeugnis gleichzeitig deutscher Hybris und Kleinkariertheit, die in die Katastrophe führten. Diese Zeugnisse erfuhren danach eben nicht die notwendige wissenschaftliche Durchdringung, die den Namen "Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit" verdienen würde. Das Beschweigen oder Beschönigen eigener Verantwortung und familiärer Verstrickung dauert bis heute an und wirkt sich fatal auf eine Gesellschaft aus, die sich anschickt, fast 100 Jahre später, zu neuem Größenwahn sich aufzuschwingen. Die "Aufarbeitung" dieser Vergangenheit ist die Voraussetzung eines antifaschistischen "Nie wieder": das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Betroffenen deutscher antisemitischer, rassistischer und kriegerischer Vernichtungspolitiken und auf dem Herausarbeiten antifaschistischer, widerständiger und humanistischer Traditionslinien. Aber auch der Blick auf die Täter:innen lohnt sich, erschüttert manche erinnerungspolitischen Hilfskonstruktionen und setzt viele Deutsche in oft unbehagliche familiäre Kontexte. Burschels Vortrag lädt nach der familienhistorischen Reise zu einer erinnerungspolitischen Diskussion ein und berichtet von seinen Erfahrungen mit dieser Art persönlicher "Aufarbeitung". Zur Kursleitung: Friedrich Burschel hat Geschichte und Politik studiert. Er arbeitete anderthalb Jahrzehnte als Referent zu Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS). Er hat zahlreiche einschlägige Bücher herausgegeben, u.a. "Das faschistische Jahrhundert. Neurechte Diskurse zu Abendland, Identität, Europa und Neoliberalismus" und "Rechte Ränder. Faschismus, Gesellschaft und Staat" (mit Gideon Botsch, Christoph Kopke und Felix Korsch).

Zur Anmeldung bei der vhs →

Anmeldung/Beratung: (030) 90299 6156 · vhs-service@ba-sz.berlin.de

Zuletzt aus der offiziellen Quelle aktualisiert: 2026-10-26 10:17

Benachrichtigt werden

Der Kurs ist ausgebucht oder vorbei? Wir sagen Bescheid, wenn er wiederkommt.

Ähnliche Kurse