SZ112-032Politik, Gesellschaft, Umwelt (1.02)vhs Steglitz-Zehlendorf
Bildungszeit: Das 20. Jahrhundert der Gewalt und seine Berliner Gedenkstätten. Eine Annäherung.
Bildungswoche mit Exkursionen
Der Kurs
- Leitung
- Fritz von Klinggräff
- Zeitraum
- 2027-04-26 – 2027-04-30
- Uhrzeit
- 10:00–17:00 Uhr
- Wochentage
-
MontagDienstagMittwochDonnerstagFreitagSamstag: kein TerminSonntag: kein Termin
- Preis
- 162,75 €
- Plätze
- 12 von 12 Plätzen frei, noch 8 Anmeldungen bis zur Mindestzahl von 8
- Bildungszeit
- Als Bildungszeit anerkannt
Beschreibung
Berliner KZ- und Stasi-Gedenkstätten erinnern an das "20. Jahrhundert der Gewalt". Sie wollen uns Mittel an die Hand geben, aus diesem Jahrhundert der Staatsverbrechen und Pogrome unsere Lehren zu ziehen. Gemeinsam wollen wir darüber nachdenken, ob und wie uns diese Orte der Erinnerung dabei helfen, aber auch, wo sie dabei an ihre Grenzen stoßen und wo wir nach weiteren Formen der Erinnerung suchen müssen. Anliegen dieser Bildungszeit ist es, Menschen ganz verschiedener Generationen in der Frage zusammenzubringen, wie Gedenken heute aussehen kann. Dies sind die heutigen Eltern- und Großgenerationen, die die Erinnerung an den Holocaust einst wagten; aber auch ihre heutige Enkelgeneration, die ihnen Blindheit für fortexistierende koloniale Strukturen vorwerfen. Konkret wollen wir uns drei Orte anschauen und mit Expert:innen sprechen: Die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen, die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen im ehemaligen Stasigefängnis und einen möglichen Berliner Gedenkort zum deutschen Kolonialismus. Dabei könnte die Frage nach diesem dritten, kolonialen Gedenkort die Chance bieten, auch noch einmal neu über Erinnerungs-Potentiale nachzudenken. Ein "Hamburger Aufruf" im Juli 2026 gilt hier vielen als ein Durchbruch, andere sehen ihn als das Öffnen der Pandorabüchse: In diesem Aufrug fordern große Gedenkstätten zum Naziterror und zur Diktatur in SBZ und DDR gemeinsam mit Dekolonisierungsinitiativen nun auch Lern- und Gedenkorte zur Aufarbeitung des deutschen Kolonialismus. Aber brauchen wir wirklich noch mehr negatives Gedächtnis in Deutschland? Welches Gedenken also ebnet den Weg in ein offenes, weltzugewandtes Europa? Die beiden Kursleiter Ronald Hirte und Fritz v. Klinggräff haben dazu gemeinsam mehrere Bücher herausgegeben und schauen beide auf langjährige Erfahrungen als Moderatoren und Pädagogen zurück: Als Historiker in der Gedenkstätte Buchenwald der eine, als Journalist in Weimar, Genf, Berlin der andere. Diese Bildungswoche richtet sich nicht zuletzt an Menschen, die noch nie eine Gedenkstätte betreten haben, um hier Ängste und Vorbehalte abzubauen, gleichzeitig aber auch an Menschen, die miteinander offen über eine deutsche Gedenlandschaft der Zukunft nachdenken wollen. Dieser Kurs gilt gemäß § 10 Abs. 6 des Berliner Bildungszeitgesetzes - BiZeitG (GVBl. vom 05.07.2021 S. 849) als Bildungsveranstaltung im Sinne der politischen Weiterbildung anerkannt. Diese Anerkennung gilt nur für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gemäß § 1 Abs. 1 des oben genannten Gesetzes, die bei einem Arbeitgeber im Bundesland Berlin angestellt sind. Eine Bescheinigung ist erhältlich über service@vhssz.de. Die Veranstaltung steht auch Interessierten offen, die den Kurs nicht als Bildungszeit belegen möchten oder können.
Zusatzinformation
Bitte beachten Sie, dass für die Exkursionen mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mögliche Eintrittsgelder weitere Kosten anfallen können.